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Winfriedhaus Schmiedeberg

Bischöfliches Ordinariat
Bistum Dresden-Meißen

Zeitraum2019 - 2021
BGF3.250 m²
Kosten6,5 Mio. €
Lph2-9


Planungsbeteiligte  
 

StatikKUS Dresden
HLSIB Scheffler
ElektroElektroplanungs-
büro Künzel

Neubau einer Jugendbildungsstätte

Das Areal des Winfriedhauses ist durch seine markante städtebauliche Lage auf einem langgezogenen Grundstück mit dem steil dahinter aufsteigenden Berghang geprägt. Die zur Straße hin wirkenden Baukörper des Kapellenanbaus aus den Neunziger Jahren, der markante Giebel mit dem Fachwerkaltan und das traufständig anschließende Gebäude des ehemaligen Gasthofs bilden ein markantes Gebäudeensemble. Dessen Wirkung soll mit einer Neuordnung der Funktionen in einer modernen Sprache neu formuliert werden. Dabei wird die aus mehreren Bauepochen stammende Grundform des Ensembles fortgeschrieben.

Die ursprünglich geplante Sanierung und Erweiterung des Bestandes musste aus statischen Gründen in einen kompletten Neubau umgeplant werden. Dessen Form sich aber weiterhin gänzlich an der Grundform des ehemaligen Gebäudes orientiert.

Die formale Ausbildung des Neubaus mit funktional gesetzten Fenster- und Türöffnungen prägt, zusammen mit der Bauform, bei der kein Trauf- und Ortgangüberstand die archetypische Gestalt verunklärt, ein modernes Erscheinungsbild des neuen Baukörpes. Geplant ist eine Zonierung der Fassadenflächen mit einer robusten Putzfassade in der Erdgeschosszone und einer vorgehängten Holzfassade im Obergeschoss, die gleichmäßig in die Dachdeckung übergeht. Damit soll die im Osterzgebirge charakteristische Fassadengliederung mit einem verputzten Erdgeschoss und einem verkleideten Obergeschoss neu interpretiert werden. Zugleich wird die im Gebäudeensemble bereits bei der Kapelle verwendete Materialität wieder aufgegriffen. Mit der entstehenden Glasfuge zu dem wiederhergestellten axialsymmetrischen Fachwerkaltan und dem in seiner Form unangetasteten Anbau der Kapelle entsteht so ein Gebäudeensemble, das in sich harmonisch gewachsen ist, über verwandte oder gleiche Materialien verfügt und doch in seinen Teilen ablesbar Produkt seiner jeweiligen Entstehungszeit ist.

Mit dem Konzept des gegliederten Gesamtensembles soll eine ausgewogene Balance zwischen gemeinsamen zentralen Flächen und ruhigen Rückzugsorten geschaffen werden. Diese sind sowohl für die vielfältige gemeinschaftliche Nutzung von Gruppen „auf Zeit“ als auch für die längerfristig hier Lebenden konzipiert. Mit dem Entwurf soll dem Gebäude eine Atmosphäre eingeschrieben werden, die sowohl Einladung zur Gemeinschaft auf dem Weg, Offenheit zur Begegnung, aber auch Ruhepunkt und Rückzugsraum in ihrer Wirkung nach innen und nach außen signalisiert.