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Hort Oberlößnitz

Große Kreisstadt
Radebeul

Zeitraum2017
NF1480 m²
Kosten3,9 Mio. €

Planungsbeteiligte    

Christoph Hein
Landschafts-
architekt

 

 

Neubau Hort Oberlößnitz, Radebeul - Wettbewerb

Der Hort Oberlößnitz platziert sich entlang der Straße, ist bewusst vor die Bauflucht des Schulgebäudes gesetzt, um die Fläche zwischen den Gebäuden zu fassen und vom Straßenraum abzuschirmen. Zwischen Schule und Hort wird ein Platz gerahmt, der als gemeinsame Mitte dient, als gemeinsamer Zugang und zum Ankommen, Toben, Verweilen und Versammeln. In den rückwärtigen, am Hang gelegenen, Parkanlagen, im Schatten der Bäume, sind die vielfältigen Spielangebote für Hort- und Schulkinder angesiedelt.


Das Hortgebäude wirkt als Solitär neben dem Schulhaus. Aus der kompakten Grundform öffnet sich das Gebäude an der Südostecke zur gemeinsamen Mitte hin und verweist auf seinen Haupteingang.


Im Inneren ist ein lichtdurchflutetes, zweigeschossiges Foyer bestimmend, welches mit einem großen Oberlicht überdacht ist. Daran gliedert sich ein zentraler Kern an, der in beiden Geschossen auf den sich aufweitenden Fluren (Lernkojen, Sitznischen, Bereiche mit Außenbezug) umrundet werden kann.
Um das Foyer erstrecken sich hier an drei Seiten Galerien, die die hier angeordnete Ausstellungsfläche visuell mit dem Erdgeschoss verbinden. An der vierten Seite präsentiert sich das „Schaufenster“ des Bewegungsraumes und projiziert seine lebendige Nutzung in das Foyergeschehen.

Von den Galerien aus werden die Ateliers, der Hausaufgabenraum und die Räume zur freien Gestaltung erschlossen. Diese Räume sind nach Süden großflächig verglast und öffnen sich jeweils auf die Loggia. Die Loggia ist weit mehr als der zweite Flucht- und Rettungsweg, denn sie bietet als überdachte Außenfläche Möglichkeiten zur Außenerweiterung der angeschlossenen Räume. Alle weiteren Themenräume sind entlang der Fassade umlaufend um das Gebäude angeordnet.

Die Gestaltung der Freiflächen gliedert sich in einen urbaneren, offen gehaltenen Schulhofbereich und das naturhaft gegliederte, wenig versiegelte und der Topographie angepasste Freigelände mit umfangreichen Spiel- und Bewegungsangeboten.Südlich der Schule und zwischen Schule und Hortgebäude wird der Freiraum für die täglichen Schulpausen und das eigene oder von den Eltern begleitete Ankommen als "gemeinsame Mitte" ausgebildet. Der Höhenversprung zum nördlich gelegenen Freigelände wird durch begrünte Sitzstufen überbrückt, die als Tribüne auf die gemeinsame Mitte ausgerichtet sind.

Die nördlich gelegene Freifläche nimmt den parkartigen Charakter des früheren Villengartens auf. Ein geschwungenes Wegenetz erschließt verschiedene Teilräume, die mit unterschiedlichen Spielangeboten ausgestattet sind.

Der Neubau ist als verblendeter Massivbau mit vorgehängter hinterlüfteter Fassade geplant. Als Fassadenbekleidung ist Holz vorgesehen, das durch Zuschnitt und Anordnung eine horizontale Strukturierung der Fassade erzeugt und betont. In Bereichen von Festverglasungen wird diese Bekleidung lamellenartig gekippt, aber feststehend, montiert. Im Bereich der Fenster dient sie als Sonnenschutz und ist mit einem Faltmechanismus nach oben zum Fenstersturz und nach unten zur Brüstung hin öffenbar. So zeigt sich die Fassade lebendig und ändert, je nach Wetterlage und Nutzung, ihr Erscheinungsbild. Zudem sind für die Nutzer vielfältige Möglichkeiten gegeben, den Lichteinfall in die Räume zu beeinflussen.
Die Südostecke des Gebäudes erfährt weitere Betonung durch raumhohe Pfosten-Riegel-Fassaden und die Loggia, die sich aus dem Baukörper heraus entwickelt und baulich sowohl für die Nutzungen im Erd- als auch im Obergeschoss Verschattung gewährleistet.