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Rettungswache Johannstadt

Landeshauptstadt Dresden

Zeitraum2012
BGF1.500 m²
BRI8.050 m³
Kosten3,0 Mio. €


Planungsbeteiligte    

HLSIB Garbe

 

 

Rettungswache, Dresden - Ideenwettstreit

Der Stadtteil Johannstadt ist geprägt durch die Plattenbauten des sozialistischen Wohnungsbauprogramms vergangener Jahrzehnte. Das zur Verfügung stehende Grundstück war ursprünglich Teil des Werkes für die Herstellung der dafür erforderlichen Betonfertigteile. Zehngeschossige Plattenbauten sind in Umgebung des Grundstücks die maßgebenden Dominanten.
Aus der umgebenden Bebauung lässt sich aufgrund der städtebaulichen Struktur und der Dominanz der Plattenbauten kaum ein Bezug für das neue Gebäude herleiten. Vielmehr sollen die stadtplanerischen Vorgaben, auf dem Grundstück des ehemaligen Plattenwerkes ein neues städtisches Quartier zu entwickeln, Grundlage der weiteren Planung sein.
Das neue Gebäude orientiert sich in der Längsausrichtung am Verlauf der Gerokstraße, rückt aber vor die Bauflucht der westlichen Zehngeschosser, um einen neuen innerstädtischeren Straßenraum zu beginnen. Die Rettungswache rückt bewusst ins Blickfeld, betont somit die besondere Nutzung.

Die Grundstruktur einer Rettungswache beinhaltet zwei Hauptbereiche, zum einen die innere Struktur für den Betrieb mit Büro-, Aufenthalts-, Ruhe- und Sanitärräumen wie auch Lager- und sonstigen Räumen, zum anderen die Bereiche für Unterbringung, Bestückung und Wartung der Fahrzeuge.
Diese Grundstruktur bestimmt den Entwurf, beide Bereiche werden in der Schichtung differenziert dargestellt, dabei aber das Gesamtbild des Baukörpers in einer einheitlichen Formen- und Materialsprache belassen.
Im Entwurf werden die Volumina in die Bereiche der eigentlichen Rettungswache und der Fahrzeughalle gegliedert. In der Rettungswache sind alle erforderlichen Räumlichkeiten vertikal geschichtet in drei Ebenen und zentral erschlossen, somit Garant kurzer Wege und schneller Erreichbarkeit der Fahrzeuge. Direkt an die Vertikalerschließung des Funktionstrakts der Rettungswache schließt sich die lange, freitragende Fahrzeughalle mit großen Ein- und Ausfahrtstoren an.

Die Lage des Gebäudes auf dem Grundstück lässt eine gemeinsame Zufahrt für die Rettungsfahrzeuge und die Mitarbeiter von der westseitigen Hopfgartenstraße zu. Der Mitarbeiterzugang zum Gebäude ist nordseitig in direkter Nähe zu den Parkplätzen.
Für die Einsätze der Rettungsfahrzeuge dient die direkte Ausfahrt auf die Gerokstraße im Süden. Angrenzend gibt es eine Freifläche für die Fahrzeuge, auch mit der Möglichkeit einer Umfahrt um das Gebäude zu der Ausfahrt in die westseitige Hopfgartenstraße.

Die Räume, deren Funktion direkt mit der Bereitschaft der Fahrzeuge verknüpft ist, grenzen direkt an die Fahrzeughalle im Erdgeschoss des Funktionstrakts. In den rückwärtigen Bereichen befinden sich die haustechnischen Räume. Im ersten Obergeschoss nordseitig, abgewandt von der Gerokstraße, liegen die Ruheräume, auf der Südseite befinden sich die Sanitär-/Umkleideräume der Mitarbeiter. Im obersten
Stockwerk liegen, nach Norden orientiert, die Büroräume, straßenseitig der Schulungs- und Aufenthaltsraum.
Angrenzend an den großzügig bemessenen und mit einer einläufigen Treppe alle wichtigen Bereiche des Gebäudes verbindenden Treppenraum liegen die Funktionsräume ohne Tageslichtnotwendigkeit, im ersten Obergeschoss die Sanitärbereiche, im zweiten Obergeschoss Teeküche und Lehrmittelraum.

Der Waschplatz für die Reinigung der Fahrzeuge befindet sich direkt neben dem Funktionstrakt in der Fahrzeughalle, da die Arbeitsgänge der Fahrzeugpflege und Neubestückung eng miteinander verbunden sind und somit die Nähe zu den Lagerräumen im Erdgeschoss des Funktionstraktes wichtig ist. Den Abschluss der Fahrzeughalle auf der Ostseite bildet das Reifen- und Teilelager, das im Regelfall wenig frequentiert wird.

Als Fassade des Gesamtgebäudes fungiert eine vorgehängte, hinterlüftete Metallfassade mit Betonung einer horizontalen umlaufenden Gliederung. Die Metallverkleidung liegt auch vor den Fensterbereichen, hier jedoch mit maximal perforierten Kassetten, da das Erscheinungsbild der durchgängigen Bekleidung nicht unterbrochen werden soll.
Auf der Westseite des dreigeschossigen Gebäudeteils ist die Metallbandgliederung der Fassade ausgestellt, in die Horizontale geklappt. Dieses Ausstellen der Fassadenelemente bildet ein Kreuz, quasi als Symbol für das Schutzzeichen der Rettungs- und Krankendienste.
Das „Öffnen“ der Fassade ermöglicht darüber hinaus die großzügige Belichtung des Treppenraumes. Mit einer integrierten Beleuchtung in thermisch getrennten Doppelstegplatten dieses Bereiches lässt sich auch bei Dunkelheit das Bild des Kreuzes in der Fassade als einheitlich leuchtende Fläche darstellen.